Mittwoch, 21. August 2019

Die Albträume Des Götzendienstes

"Der größte Albtraum für den, der  nach Anerkennung süchtig ist: Ablehnung;  für den, der nach Macht süchtig ist: Erniedrigung; für den, der nach Bequemlichkeit süchtig ist: Leid; und für den, der nach Kontrolle süchtig ist: Unsicherheit."
Tim Keller 

Dienstag, 20. August 2019

Das Gebetbuch Jesu Christi

"Das Psalmengebet, das uns nicht über die Lippen will, vor dem wir stocken und uns entsetzen, lässt uns ahnen, dass hier ein anderer der Beter ist, als wir selbst, dass der, der hier seine Unschuld beteuert, der Gottes Gericht herbeiruft, der in so unendlich tiefes Leiden gekommen ist, kein anderer ist als Jesus Christus selbst.
Er ist es, der hier betet, und nicht etwa nur hier, sondern im ganzen Psalter. So hat es das Neue Testament und die Kirche von je her erkannt und bezeugt. Der Mensch Jesus Christus, dem keine Not, keine Krankheit, kein Leid fremd ist, und der doch der ganz Unschuldige und Gerechte war, betet im Psalter durch den Mund seiner Gemeinde. Der Psalter ist das Gebetbuch Jesu Christi im eigentlichsten Sinne."
Bonhoeffer, Gemeinsames Leben, s. 36.

Samstag, 10. August 2019

Revolution

"Wer ist jetzt der Gott der Menschheit? Denn die Menschen müssen Götter haben, für die sie leben und wem sie sich widmen können. Die Sünde besteht ganz konkret draus, dass man einen Ersatzgott auf den Thron Gottes stellt. Dieser Ersatz ist meistens kein anderes Geschöpf, nicht einmal der Nachbar; sondern der menschliche Selbst: das Ego - "Ich". Das organisierende Prinzip der Sünde ist die Selbstverherrlichung, die Selbstvergötterung. Etwas umfassender gesagt, Selbstliebe oder Selbstzucht.  
Der Mensch will ein "Ich" sein, entweder ohne, oder neben oder an der Stelle von Gott. Von Gott abzukehren bedeutet sich selbst zuwenden. Davor war Gott das Zentrum von allen menschlichen Tun und Denken, jetzt ist es der "Ich" des Menschen. Dadurch hat die Menschheit nicht nur sein Zentrum verloren, sondern es auch mit einem falschen Zentrum ersetzt. 
Auf der einen Seite ist die Sünde eine Dezentralisierung aller Dinge weg von Gott; ein Auflockern aller Abhängigkeit von Gott. Auf der anderen Seite ist sie eine Zentralisierung aller Dinge um das menschliche Ego. Ein Versuch alles dem eigenen Ego zu unterwerfen. 
Daher ist die Sünde nicht bloß eine Abkehr von der bestehenden Ordnung, in der Tat eine Abschaffung der Ordnung, sondern auch eine Etablierung einer neuen Ordnung, - eine Unordnung.  Die Sünde schafft nicht bloß eine alternative Ordnung, sondern eine Anti-Ordnung; in einem Wort: eine Revolution."
Hermann Bavinck, Reformed Ethics, s. 105 

Mittwoch, 7. August 2019

Die Volle Realität Der Gegenwart

"Michael Wilcox* sagt, dass wir an den sieben Gemeinden denken sollen, die am Tag des Herrn versammelt waren, wenn wir das Buch Offenbarung lesen. Sie haben der Vision gespannt zugehört, und sich dabei immer wieder gefragt, "Was hat Johannes danach gesehen? Danach gehört?" Denn was Johannes sieht und hört öffnet und enthüllt die unsichtbaren Realitäten der Zukunft. Ja, noch wichtiger, die unsichtbaren Realitäten der Gegenwart.  
Das erklärt wieso die Hauptermahnung des Buches nicht Vertrauen und Gehorchen ist, sondern Zuhören und Hinschauen. Vor allem Hinschauen. Johannes sagt uns, dass es uns so schwerfällt, Jesus zu vertrauen und zu gehorchen, weil wir nicht zuhören und hinschauen. Bzw. Wir hören tatsächlich zu und schauen auch hin. Aber wir hören nicht auf dem, schauen nicht auf das, was Johannes hört und sieht.  
Neunzehn mal im Buch begegnen wir dem Wort "Siehe". ... Es ist ein Befehl! Schaut hin! Denn Pastor Johannes weiß, dass wir Mut fassen werden, alle Mächte dieser Welt zu überwinden, und Jesus Christus bedingungslos nachzufolgen, wenn wir nur die volle Realität der Gegenwart sehen."
Darrell Johnson, Discipleship on the Edge, s.27.

(*Michael Wilcox hat auch einen sehr hilfreichen Kommentar in der Bible Speaks Today Reihe zur Offenbarung geschrieben; I Saw Heaven Opened.)

Montag, 5. August 2019

Dogmatik Und Ethik

"In der Dogmatik beschäftigen wir uns damit, was Gott für und in uns macht. In der Dogmatik ist Gott alles. Dogmatische Theologie ist ein Wort von Gott an uns, das von außerhalb von uns, von oben kommt. Wir sind dabei passiv, wir hören zu und öffnen uns Gottes Führung. In der Ethik beschäftigen wir uns mit der Frage, "Was erwartet Gott nun von uns, wenn Er sein Werk in uns tut? Was machen wir für ihn?"
Hier sind wir nun aktiv, genau weil Gott in uns gehandelt hat. Wir singen Psalmen in Dank und Anbetung zu Gott. In der Dogmatik steigt Gott zu uns herab. In der Ethik steigen wir zu ihm empor. In der Dogmatik ist Er unser Gott. In der Ethik sind wir sein Volk. In der Dogmatik wissen wir, dass wir sein Gesicht sehen werden. In der Ethik wird sein Name auf unseren Stirn geschrieben, (Off. 22:4). Die Dogmatik kommt von Gott, die Ethik kehrt zu Gott zurück. In der Dogmatik liebt Gott uns; in der Ethik, daher, lieben wir ihn." 
Herman Bavinck, Reformed Ethics, xxvi