Sonntag, 3. November 2019

Wie Eine Biene Honig Schafft


"Vor dem Zweiten Weltkrieg glaubte ich daran, dass der Mensch in der Gesellschaft perfekt werden konnte. Nämlich, dass die richtige Gesellschaftsstruktur Wohlwollen [und ein fehlerfreies Verhalten] hervorruft. ... Doch nach dem Krieg glaubte ich nicht mehr daran, ich konnte es nicht. Ich hatte entdeckt, was einer Mensch dem anderen antun konnte. Ich muss sagen, dass jemand blind oder ohne Verstand sein muss, der diese Zeit durchlebt hat und nicht versteht, dass der Mensch das Böse schafft, wie eine Biene Honig.  

Dinge wurden in diesen Jahren getan, an die ich nicht denken kann, ohne mich übergeben zu müssen. Diese Dinge wurden nicht von den Kopfjägern von Neuguinea oder von einer primitiven Stammgruppe in dem Dschungel vollbracht. Sie wurden mit Fähigkeit und Herzlosigkeit  von gut studierten und ausgebildeten Menschen vollbracht: Ärzte, Anwälte, Menschen, die in der Tradition der Zivilisation standen. ...  

Für viele von euch, wird diese Erkenntnis, einmal theologisch gesehen, banal und auf der Hand liegend erscheinen. Der Mensch ist ein gefallenes Wesen. Er ist von der Ursünde gepackt. Seine Natur ist sündig, sein Zustand gefährlich."
William Golding in einem Aufsatz über den Hintergrund seines Romanes, "Herr der Fliegen". 

Dienstag, 29. Oktober 2019

Der Große Tag Wird Alles Offenbaren

"Ich bin damit zufrieden, bis zum Jüngsten Tag für die Rechtfertigung meines Namens zu warten, und nach meinem Tod wünsche ich mir keine andere Grabinschrift als diese, "Hier liegt G.W.. Was für ein Mensch er war, wird der große Tag offenbaren."
Arnold Dallimore: George Whitefield, s. 154.

Montag, 28. Oktober 2019

Jesus Rettet

"Jesus liebt es Sündern zu retten, sodass sie nicht in die Grube kommen.
Er kommt zu uns voller Zärtlichkeit,
mit Tränen in seinen Augen,
Barmherzigkeit in seinen Händen,
Liebe in seinem Herzen.

Glaube, dass Er große Sünder gerne rettet."

Spurgeon, MTPS, 35:190

Freitag, 25. Oktober 2019

König Jesus


"Jesu Autorität durchdringt das Markus Evangelium. 
Jesus beruft seine Jüngern dazu, ihm nachzufolgen (1:16-20). Er treibt Dämonen mit einem Wort aus, erklärt, dass Gott dem Gelähmten seine Sünden vergibt (2:1-12), offenbart sich als der eschatologische Bräutigam, (2:19-20), der Herr des Sabbats (2:23-28), und sagt, dass diejenigen, die Gottes Willen tun, zu seiner Familie gehören (3:31-35).

Er stillt einen Sturm mit seinen Worten (4:35-41), sendet andere aus, um das Königreich zu verkündigen (6:7-13), speist Gruppen von 5,000 und 4,000 Menschen (6:30-44;8:1-10), handelt als Ausleger des Gesetzes (7:1-23) und verlangt, dass Menschen ihm nachfolgen (1:17;2:14;8:34;10:21).

Er warnet, dass diejenigen, die sich ihm und seiner Worte schämen, bestraft werden (8:38), lehrt, dass Kinder in seinem Namen aufgenommen werden (9:37); reinigt den Tempel (11:15-17), identifiziert sich als der letzte und wichtigste von Gottes Botschaftern (12:1-12), triumphiert in der Kontroverse mit den religiösen Leitern (11:27-12:44).

Er sagt die Zerstörung des Tempels voraus (13:1-37), beruft seine Jüngern dazu, Zeugnis vor den Regierungsbehörden zu geben (13:9), behauptet den Sohn Gottes zu sein (14:61-62), und, und das ist das wichtigste Zeichen seiner Autorität, wird von den Toten geoffenbart (16:1-8)."
Thomas Schreiner, The King in His Beauty, s. 461


Mittwoch, 23. Oktober 2019

Christus Am Kreuz

"Wir sind den Baum hochgeklettert, haben uns die verbotene Frucht geklaut.  
Dann klettert Christus den Leiter des Kreuzes hoch und stirbt.Wie schön soll uns doch dieser blutende Retter erscheinen!"
Thomas Watson, Works, 1: 306.

Drei Einfache Wahrheiten

1. Gott sitzt auf seinem Thron
2. Alles läuft nach seinem Plan
3. Er liebt mich
Mehr dazu hier (auf Englisch)

Montag, 21. Oktober 2019

Totale Verdorbenheit

"Als aber der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse ..." 1 Mose 6:5. 

Geerhardus Vos schreibt dazu: 
"Diese Szene zeigt uns  
1. die Intensität und den Ausmaß der Sünde ("sehr groß auf der Erde"). 
2. das innere Wirken der Sünde ("alles Trachten der Gedanken seines Herzens") 
3. die absolute Herrschaft der Sünde, die das Güte ausschließt ("nur Böse")  
4. das ununterbrochene Wirken der Sünde ("allezeit")."
G. Vos, Biblical Theology, s. 51 

Freitag, 18. Oktober 2019

Auf Wiedersehen!

"Auf Wiedersehen, Sie geliebter Mann! Wir lassen Sie als Besitz des Todes bis zum Tag der Auferstehung. Aber wir werden gegen Ihnen [Tod] bezeugen, O König der Schrecken, am Mund dieses Gefängnisses, Sie werden diesen toten Leib nicht für immer besitzen. Der große Sieger wird ihn von Ihnen verlangen, und in dem Moment werden Sie Ihren Gefangener aufgeben. 
O Ihr Diener Christi, Ihr Volk Gottes, Ihr Zuschauer, machen Sie sich bereit, machen Sie sich bereit diesem alten Diener Christi an jenem Tag, zu jener Stunde wieder zu treffen. Dann wird dieser Ort nichts sein, sondern Leben und Tod werden im Sieg verschlungen werden."
–John Collett Ryland, eine Beerdigungspredigt am Grab von Pastor Andrew Gifford am 2 Juli 1784. 

Dienstag, 8. Oktober 2019

Wie Die Gerechten Aus Glauben Leben

Der Prophet Habakkuk ringt mit der Realität von Böse unter Gottes Volk (1:1-5). Gottes antwortet, dass Er die Babylonier als Strafe für sein Volk erzieht und sendet (1:6-11). Habakkuk ringt auch mit Gottes Güte und Souveränität hier; denn Gott ist doch ein heiliger Gott, wie kann Er diese bösen Babylonier gebrauchen (1:12-2:1). Gott antwortet, dass Er auch die Babylonier und letztendlich die ganze Welt richten wird (2:2-20). Bis dann lebt der Gerechte im Glauben an Gottes Verheißung von Rettung und Gericht (2:4). 

Habakkuk findet seine Ruhe in Gottes Antwort, denn in Kapital 3 stellt er keine Fragen mehr. Stattdessen schreibt er ein Lied für Gottes Gemeinde (3:19). Im Lied bittet Habakkuk dreimal (v.2), er gedenkt Gottes Rettung (3:3-15), und entscheidet sich auf Gott zu warten, und sich an ihm zu freuen (3:16-19). Auf Englisch kann man das knackiger ausdrücken: Request, Remember, Resolve.

Es ist auffällig, dass die drei Teile des Liedes auch im Gottesdienst vorkommen. 

Im Gebet um Vergebung und in der Fürbitte bitten wir, um Gottes Gnade für uns, die weltweite Kirche und für Gottes Welt. In unseren Liedern und in der Predigt gedenken wir Gottes Rettung. In unserem letzten Lied und Gebet, sowie im Glaubensbekenntnis entscheiden wir uns wieder, in der kommenden Woche auf Gott zu warten, ihm zu vertrauen, und uns an ihm zu freuen.

Was stärkt uns also in einer gefallenen Welt, wo das Böse oft zu herrschen scheint? Woche für Woche in den Gottesdienst zu gehen. Woche für Woche: Request, Remember, Resolve, sodass wir aus Glauben leben, vertrauend drauf, dass Gott das letzte Wort über diese Schöpfung hat (2:4).

Was Wollte Moses?

"Mose hat keine andere Absicht, als alle Menschen einzuladen, direkt zu Christus zu gehen. Daher ist es offensichtlich, dass die, die Christus ablehnen keine Jünger von Mose sind." 
Johannes Calvin, Das Evangelium nach Johannes. Calvin kommentiert über Johannes 5:39

Samstag, 28. September 2019

Tragödie und Freude

"Alle menschliche Ehen beginnen mit Freude aber enden mit Tragödie. Ob durch Scheidung oder den Tod, das menschliche Band der Liebe wird irgendwann auseinander zerrissen. Die Ehe zwischen Christus und seiner Gemeinde beginnt jedoch mit Tragödie und endet mit einer freude- und liebevollen Einigung, die nie auseinander zerrissen wird. Es gibt eine Freude, auf die wir in unserer Anbetung hinweisen, die Freude vom Hochzeitsmahl des Lammes.  Aber unsere Leute [gemeint: Gemeindemitglieder] müssen begreifen, dass es in dieser Welt Trauern und Klagen gibt. Kein weltliches, hoffnungsloses Trauern. Aber dennoch echtes Trauern, und wir [gemeint: Pastoren] müssen sie drauf vorbereiten."
Carl Trueman, Reflections On 'What Can Miserable Christians Sing?'


Dienstag, 24. September 2019

Anbetung Auf Dem Trümmerhaufen

Matthew Henry schreibt über Habakkuk 3:17-19: 
"Habakkuk hat entschlossen, sich an Gott zu freuen, denn sein Gott ist nicht verloren, auch wenn alles andere verloren ist. Zerstöre den Weinstock und die Feigenbäume und du schaffst die ganze Freude eines natürlichen* Herzens ab. Doch die, die sich in allen Dingen an Gott gefreut haben, wenn sie arm und leer sind, können noch sich noch an allem in Gott freuen.  
Sie können auf dem Trümmerhaufen ihrer leiblichen Genüssen sitzen, und dennoch den Herrn als den Gott ihrer Rettung anbeten."
Matthew Henry, Commentary on the Whole Bible, s. 653

*Wortwörtlich "carnal"; also ein Herz, das noch in Rebellion gegen Gott lebt.

Freitag, 20. September 2019

Die Tiefste Diversität

"Die Wiedergeburt löscht unsere Individualität, Persönlichkeit oder unseren Charakter nicht aus. Sondern sie heiligt sie, und stellt sie im Dienst für Gott. Die Gemeinschaft der Gläubigen ist die neue Menschheit, die in sich selbst ein breites Spektrum an Vielfalt und Unterschiede trägt, und die tiefste Diversität in ihrer Einheit auslebt."
Herman Bavinck, Reformed Dogmatics Band IV, s. 640. 

Wahre Diversität findet sich in der Hingabe an Jesus Christus, der sein Ebenbild in seiner gläubigen Kirche wiederherstellt. Alles andere ist nur eine billige Kopie, ein zum Scheitern verurteilter Versuch das ohne Gott zu schaffen, was nur Gott schafft. 

Eine Rettende Wissenschaft

"Die Aktivität des Geistes, durch die Er uns lehrt, heißt Erleuchtung. Paulus spricht, "Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen." (Eph 1:18). Diese Erleuchtung fängt bei der Wiedergeburt an, und hört danach nicht auf. Sie befähigt uns die geistliche Bedeutung und den geistlichen Inhalt der Wahrheit zu verstehen, und nicht bloß die Form der Wahrheit zu kennen.
Der Heilige Geist schließt den Inhalt der Wahrheit unserem Verstand auf, und dadurch offenbart die Wahrheit. Deswegen wird der Heilige Geist den Geist der Weisheit und der Offenbarung (Eph 1:17). Der Heilige Geist schenkt unseren Augen, d.h.: Er nimmt den Schleier weg, und auf einmal öffnet uns die Augen, sodass wir die ewigen Realitäten von Gottes Wort (Gesetz und Evangelium, Sünde, Christus, Gott, Gerechtigkeit, Gnade). Dadurch kommen wir bei einem Wissen und Verständnis an (Eph 1:18) - nämlich, ein rettendes Wissen. Die Theologie ist eine rettende Wissenschaft." 
Herman Bavinck, Reformed Ethics, s. 353

Mittwoch, 18. September 2019

Eine Dorfkirche Mit Einem Dorfgott

"Ich erinnere mich dran, vor einigen Jahre eine Gemeinde besucht zu haben. Ich habe mich unbemerkt in die letzte Reihe hingesetzt. ... Als wir zu der Fürbitte kamen, hat ein Laienbruder die gehalten, denn der Pastor war im Urlaub. Deswegen hat der Bruder gebetet, dass der Pastor seinen Urlaub genießen möchte. Das ist in Ordnung. Pastoren sollen einen guten Urlaub genießen können.

Zweitens, hat er für eine Frau in der Gemeinde gebetet, deren Baby demnächst erwartet war, dass das Kind gesund zur Welt kommt. Auch ein respektables Gebet. Drittens hat er für eine andere Dame gebetet, die krank war. Das waren die Fürbitte. Sie haben zwanzig Sekunden gedauert.

Ich habe mir gesagt, es ist eine Dorfkirche mit einem Dorfgott. Sie haben kein Interesse an der Welt da draußen. Niemand hat über die Armen, die Unterdrückten, die Flüchtlingen, die Kriegsorten, oder gar über Weltevangelisation gedacht." 
- John Stott, Ten Great Preachers, s.117.

Dienstag, 17. September 2019

Jeder Will Die Welt Regieren

"Jeder will die Welt regieren."  - Tears for Fears. 

Unsere ursprüngliche Bestimmung bei der Schöpfung. 
Unser sündhaftes Verlangen durch unsere Rebellion gegen Gott.
Unsere herrliche Zukunft in Christus.  

Doch Recht Bald

"Bitte nimm diese schnell geschriebenen Worte als ein Zeichen meines Mitgefühls. Möge der Herr euch beide segnen.  
Und mögen wir alle so weinen, wie es denen passt, die erwarten, doch recht bald alle unsere Tränen weggewischt zu bekommen."
- John Newton, Wise Counsel, s. 187.

Freitag, 13. September 2019

Die Furcht Des Herrn

Das Geheimnis der Furcht des Herrn in Psalm 34 ist einfach, aber dafür zutiefst lebensspendend. Gott zu fürchten bedeutet, Geborgenheit in ihm zu finden. Wie ein kleines Kind in den Armen seines Vaters. 

Gott ist der große und erhabene Herr, der über alles in Gnade und Gerechtigkeit thront. Etwa zwanzig mal wird Gott mit seinem Bundesnamen genannt; Jahwe - der so etwas bedeutet wie, "Ich bin euer Gott, mächtig zu retten". 

Doch Gottes Erhabenheit führt nicht dazu, dass wir uns von ihm fern halten. Sondern, dass wir näher kommen. Vers 10: "Fürchtet den Herrn!" Wie? Vers 9: "Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist, wohl dem, der auf ihn traut." Die Furcht des Herrn wird ganz konkret in den Versen 9-15 beschrieben. Da ruft David uns auf, näher zu Gott zu kommen. Ihm zu begegnen auf die Ebene des Genusses - "Schmeckt"! - und seine Güte in jeden Bereich unseres Lebens zu empfangen und widerspiegeln - "Weiche vom Bösen und tue Gutes". 

Die Furcht des Herrn ist also nicht die Angst vor dem Gericht. Sie hat nichts mit der Qual eines unsicheren Schicksals zu tun. Sie ist nicht die Terror eines Untertans, der die Aufmerksamkeit eines Tyrann nicht auf sich ziehen will. Sie ist die Zuversicht, dass Gott rettet, und daher dass es gut ist, bei ihm zu sein. Dass ist der Grund, wieso David Gott preist und uns auffordert, Gott auch anzubeten (Vv.1-8).

Und das ist der Schwerpunkt von den Versen 16-22. Wie ist dieser Gott, den wir fürchten müssen? Er ist unser beste Freund. Seine Augen schauen immer auf uns, Er hört uns stets zu (v.16). Er schaut auf unsere Feinde, um uns zu bewahren und zu retten (v.17). Er ist nahe den Kaputten, die kaum weiter gehen können, dessen eigene Herz keine Hoffnung mehr kennt (v.18). In diesem Leben musste Jesus Christus der Gerechte viel Böses erleiden, aber aus allem rettet ihn der Herr (v.19). So geht dieser Gott mit jedem um, der in Christus ist. 

Was bedeutet es Gott zu fürchten? Gottes Majestät zu erkennen und näher zu kommen, im Vertrauen drauf, dass diese Majestät unser Heil und unsere Rettung ist. 

Wer Kann Die Kämpfe Des Herrn Kämpfen?

"Wir sollten nie zu [Glaubensunterschiede] mit wahren Christen ohne Reue und ohne Tränen kommen. Hört sich schon recht einfach an, nicht wahr? Glaub mir, so haben Evangelikale oft nicht gelebt. Wir stürzen hinein, freuen uns anscheinend dabei riesig drüber, dass wir die Fehler anderer Menschen entdeckt haben. Wir bauen uns auf, indem wir andere Christen niederreißen. Sowas kann eine echte, tiefe Einheit unter Christen nicht darstellen.  
Es gibt nur eine Art von Menschen, die die Kämpfe des Herrn auf eine auch nur annähernd angemessene Art und Weise kämpfen können. Und zwar sind es die Menschen, die von der Natur aus nicht kampflustig sind. ... Die Welt muss erkennen können, dass wir nicht mit einander übereinstimmen, nicht weil wir den Geruch des Blutes, der Arena und des Stierkampfs lieben, sondern weil wir um Gottes Willen so handeln müssen. Wenn Tränen fließen, wenn wir gegen einander sprechen müssen, dann kann etwas wahrlich schön gesehen werden." 
Francis Schaeffer, The Mark of a Christian, s.26-27

Mittwoch, 11. September 2019

Die Zuversicht Der Göttlichen Liebe

"Die Position des Gläubigen ist nicht die eines zitternden Menschen vor dem Richterstuhl, auch die eines Menschen, der gespannt drauf wartet, sein Schicksal zu erfahren.  Nein, die Position des Gläubigen ist die, des Menschen, der die Zuversicht einer göttlichen Liebe besitzt, die tiefer als alle seiner Sünde gegangen ist, die Verantwortung für sie auf sich genommen hat, sowie auch die Verantwortung dafür, den Gläubigen von seinen Sünden zu befreien."
James Denney, The Death of Christ, s. 120 

Dienstag, 10. September 2019

Was Ex-Christen Nicht Sagen

"Wenn Menschen weg vom christlichem Glauben wandern, werden einige Gründe dafür häufig zitiert. Sie kommen oft von der fehlenden Bereitschaft sich an der Autorität der Bibel trotz lauter Kritik von der zunehmend säkularen Welt zu halten. In manchen Fällen fehlt diese Bereitschaft wegen Fragen der Moralität, in anderen wegen Fragen der Naturwissenschaft, oder in anderen wegen dem Widerstand von institutioneller Autorität.  
Aber eins höre ich niemanden sagen, der vom Glauben abfällt. Und das soll uns aufmerksam machen. Sie sagen recht wenig über Jesus.  
Wir hören nicht, dass diese Menschen sagen:
- Jesus ist unehrenhaft gewesen
- Jesus ist untreu gewesen
- Jesus hat uns betrogen
- Jesus ist nicht gut gewesen
- Jesus hat nicht selbstaufopfernd gedient
- Jesus hat's nicht gegeben
- Jesus hat unsere Vorstellungskraft nicht gefesselt
- Jesus hat uns im Stich gelassen
- Jesus ist nicht das gewesen, wonach wir uns zutiefst gesehnt haben. 
 
Um ehrlich zu sein, Menschen, die vom Glauben abwandern, sprechen danach selten über Jesus. Er wird weder angeklagt, noch als Enttäuschung enthüllt. Vielleicht reden sie über die Kirche. Oder sie zucken bei der Lehre der Bibel zusammen. Oder vielleicht sprechen sie über ihre persönliche Reise. Aber Jesus? 
Jesus bleibt so wie Er vor Pilatus gewesen ist. Obwohl Jesus zentral zu der ganzen Diskussion ist, schauen die Menschen anscheinend an ihn vorbei. Wie Pilatus waschen sie sich die Hände, und durch ihr Schweigen über ihn, fügen hinzu, "Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!" (Luk 23:4). 
Diese Bemerkungen sind gar nicht übel gemeint. Ich empfinde tiefes Mitgefühl für die, die abgewandert sind. Christ zu sein ist ja schwer genug. Das Christsein vorzutäuschen muss unerträglich qualvoll sein. Sondern ich schreibe das hier als Warnung für bekennende Christen, dass wir "Jesus betrachten" (Heb 3:1). 
Nach mehreren geistlichen Autopsien von Menschen, die von Christus weggegangen sind, ist mir eine Gemeinsamkeit aufgefallen. Der Weg zum Glaubensabfall ist mit Gleichgültigkeit gegenüber Christi Herrlichkeit gepflastert. Alle Christen sollen sich gegen diesen Abfall wehren, indem sie Christi Herrlichkeit sorgfältig studieren..." 
Erik Raymond

Freitag, 6. September 2019

Doch Der Herr Hat Es Gesagt

"Ich empfehle Ihnen vor allem jene Verheißung Gottes, die so allumfassend ist, dass sie alles betrifft, was uns geschieht. Die Verheißung lautet, "Alle Dinge werden uns zum Guten bewirkt." Wie schwer es uns fällt zu glauben, dass nicht nur jene Dinge, die uns hart treffen, sondern auch jene Dinge, die unsere Korruption hervorruft, uns unsere Herzen offenbaren, und uns mit Schuld und Scham füllen, das alles wird zum unseren Guten gewirkt. Doch der Herr hat es gesagt.
Alle Ihrer Schmerzen und Prüfungen, alles was Sie persönlich betrifft, alles was Ihre Freunde betrifft, alles wird letztendlich Ihnen zum Vorteil dienen. 
Daher hängt Ihr Frieden nicht von einer Änderung Ihrer Umstände ab, egal wie attraktiv sie Ihnen auch erscheint. Sondern kommt Ihr Frieden davon, dass Ihr Willen sich dem Willen des Herrn beugt, dass Sie willig werden, die Führung des Herrn anzunehmen. Beten Sie dafür, und warten Sie geduldig auf ihn, und Er wird es tun. 
Seien Sie nicht überrascht bei der Entdeckung Ihrer Hilflosigkeit, Schwachheit und Verdorbenheit. Alle, die Gott liebt und lehrt, sehen sich in diesem Licht. Je mehr seine Gnade zunimmt, desto mehr werden wir uns vor Ihm erniedrigen, und desto teuerer werden uns der Retter und seine Gnade. 
Gott verwendet seine eigene weisen Methoden, um Sie zu demütigen und zu läutern. Ich bin mir sicher, Er wird Ihnen dabei Gutes tun."
John Newton, Letters of John Newton. 

Montag, 2. September 2019

Unsere Ganze Glückseligkeit

"Die Frucht des Glaubens ist nämlich unsere Vereinigung und Gemeinschaft mit Christus. Das wird im Wort "Adoption" zusammengefasst, denn durch den Glauben haben wir Christus empfangen, sind seine Brüder und somit auch Gottes Erben und Miterben Christi gemacht worden. In dieser Adoption besteht unsere ganze Glückseligkeit."
Petrus Van Maastricht, Theoretical-Practical Theology, 2:5-6

Freitag, 30. August 2019

Gottes Priorität

"Ich hoffe, dass keiner von meinen Lesern eine solche groteske Anomalie ist: ein Christ ohne Gemeindeanschluss. Das Neue Testament kennt keine solche Personen. Denn die Gemeinde liegt genau am Zentrum von Gottes ewigen Ratschluss. Sie ist kein nachträglicher Einfall für Gott. Sie ist kein Zufall der Geschichte. Ganz im Gegenteil, die Gemeinde ist Gottes neue Gemeinschaft. 

Denn Gottes Ziel ist es, in der vergangen Ewigkeit gefasst, jetzt in der Geschichte umgesetzt, und in der zukünftigen Ewigkeit vollendet, nicht bloß einzelne Personen zu retten, auf eine Weise, die unsere Einsamkeit weiter bestehen lässt. Nein, Gottes Ziel ist es seine Gemeinde zu bauen, indem Er ein Volk aus allen Völkern beruft, um sich in ihnen zu verherrlichen.  

Die Gemeinde ist daher unsere Priorität, weil sie Gottes Priorität ist."
John Stott, The Living Church, s. 19-20

Samstag, 24. August 2019

Antipsalm 23

David Powlison bringt die Qualen auf den Punkt, die wir uns selbst einreden, wenn wir nicht in Christus bleiben. Es ist (sozusagen) der Negativ-Film zu Psalm 23:

Ich bin alleine.
Niemand schaut nach mir oder beschützt mich.
Ich spüre das Gefühl eines ständigen (ungestillten) Verlangens.
Nichts passt wirklich.
Ich bin immer unruhig.
Ich werde leicht frustriert und bin oft enttäuscht.
Es ist ein Dschungel - Ich bin überfordert.
Es ist eine Wüste - Ich verdurste.
Meine Seele fühlt sich zerbrochen an, sie ist verdreht und steckt fest.
Ich kann mich selbst nicht wieder zusammen setzen.
Ich stolpere durch dunkle Pfade.
Und doch bestehe ich darauf: Ich möchte tun, was ich will, wann ich es will und wie ich es will.
Aber das Leben ist verwirrend.
Warum klappen die Dinge denn nie?

Ich werde verfolgt von Leere und Nichtigkeit. Von den Schatten des Todes.
Ich habe Angst vor dem großen Schmerz und der letzten Niederlage.
Der Tod wartet auf mich am Ende jeder Straße,
Aber daran möchte ich nicht denken.
Ich verbringe mein Leben damit, mich zu schützen.
Schlechte Dinge können passieren.
Ich finde keine bleibende Geborgenheit.
Ich bin alleine ... stelle mich allem, was mich verletzen könnte.

Sind meine Freunde wirklich meine Freunde?
Andere benutzen mich für ihre eigenen Ziele.
Eigentlich, kann ich niemandem vertrauen.
Niemand steht für mich ein.
Niemand ist wirklich für mich - außer ich.
Und ich drehe mich so sehr um mich selbst, dass es manchmal ekelhaft ist.
Ich gehöre niemanden, als nur mir alleine.
Mein Becher, ist nie wirklich voll genug.
Ich bleibe leer zurück.
Enttäuschung folgt mir mein Leben lang.
Werde ich am Ende einfach ausgelöscht, ins Nichts hinein?
Werde ich für immer obdachlos im freien Fall in die tiefe stürzen?
Sartre hat gesagt: "Die Hölle sind andere Menschen."
Ich muss hinzufügen: "Die Hölle bin auch ich."
Es ist ein lebender Tod. Es ist ein totes Leben
und dann sterbe ich.

Ray Ortlund fügt hinzu: 
Aber hier sind die grünen Auen und das frische Wasser, zu dem wir immer rennen können, durch den Glauben, durch das vollendete Werk Christi am Kreuz:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 
Er lagert mich auf grünen Auen, 
Er führt mich zu stillen Wassern. 
Er erquickt meine Seele. 
Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.
Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, 
Denn du bist bei mir; 
Dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. 
Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; 
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, 
Mein Becher fließt über. 
Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; 
Und ich kehre zurück ins Haus des HERRN lebenslang.


(Dank an Joseph McMahon für die Übersetzung)

Mittwoch, 21. August 2019

Die Albträume Des Götzendienstes

"Der größte Albtraum für den, der  nach Anerkennung süchtig ist: Ablehnung;  für den, der nach Macht süchtig ist: Erniedrigung; für den, der nach Bequemlichkeit süchtig ist: Leid; und für den, der nach Kontrolle süchtig ist: Unsicherheit."
Tim Keller 

Dienstag, 20. August 2019

Das Gebetbuch Jesu Christi

"Das Psalmengebet, das uns nicht über die Lippen will, vor dem wir stocken und uns entsetzen, lässt uns ahnen, dass hier ein anderer der Beter ist, als wir selbst, dass der, der hier seine Unschuld beteuert, der Gottes Gericht herbeiruft, der in so unendlich tiefes Leiden gekommen ist, kein anderer ist als Jesus Christus selbst.
Er ist es, der hier betet, und nicht etwa nur hier, sondern im ganzen Psalter. So hat es das Neue Testament und die Kirche von je her erkannt und bezeugt. Der Mensch Jesus Christus, dem keine Not, keine Krankheit, kein Leid fremd ist, und der doch der ganz Unschuldige und Gerechte war, betet im Psalter durch den Mund seiner Gemeinde. Der Psalter ist das Gebetbuch Jesu Christi im eigentlichsten Sinne."
Bonhoeffer, Gemeinsames Leben, s. 36.

Samstag, 10. August 2019

Revolution

"Wer ist jetzt der Gott der Menschheit? Denn die Menschen müssen Götter haben, für die sie leben und wem sie sich widmen können. Die Sünde besteht ganz konkret draus, dass man einen Ersatzgott auf den Thron Gottes stellt. Dieser Ersatz ist meistens kein anderes Geschöpf, nicht einmal der Nachbar; sondern der menschliche Selbst: das Ego - "Ich". Das organisierende Prinzip der Sünde ist die Selbstverherrlichung, die Selbstvergötterung. Etwas umfassender gesagt, Selbstliebe oder Selbstzucht.  
Der Mensch will ein "Ich" sein, entweder ohne, oder neben oder an der Stelle von Gott. Von Gott abzukehren bedeutet sich selbst zuwenden. Davor war Gott das Zentrum von allen menschlichen Tun und Denken, jetzt ist es der "Ich" des Menschen. Dadurch hat die Menschheit nicht nur sein Zentrum verloren, sondern es auch mit einem falschen Zentrum ersetzt. 
Auf der einen Seite ist die Sünde eine Dezentralisierung aller Dinge weg von Gott; ein Auflockern aller Abhängigkeit von Gott. Auf der anderen Seite ist sie eine Zentralisierung aller Dinge um das menschliche Ego. Ein Versuch alles dem eigenen Ego zu unterwerfen. 
Daher ist die Sünde nicht bloß eine Abkehr von der bestehenden Ordnung, in der Tat eine Abschaffung der Ordnung, sondern auch eine Etablierung einer neuen Ordnung, - eine Unordnung.  Die Sünde schafft nicht bloß eine alternative Ordnung, sondern eine Anti-Ordnung; in einem Wort: eine Revolution."
Hermann Bavinck, Reformed Ethics, s. 105 

Mittwoch, 7. August 2019

Die Volle Realität Der Gegenwart

"Michael Wilcox* sagt, dass wir an den sieben Gemeinden denken sollen, die am Tag des Herrn versammelt waren, wenn wir das Buch Offenbarung lesen. Sie haben der Vision gespannt zugehört, und sich dabei immer wieder gefragt, "Was hat Johannes danach gesehen? Danach gehört?" Denn was Johannes sieht und hört öffnet und enthüllt die unsichtbaren Realitäten der Zukunft. Ja, noch wichtiger, die unsichtbaren Realitäten der Gegenwart.  
Das erklärt wieso die Hauptermahnung des Buches nicht Vertrauen und Gehorchen ist, sondern Zuhören und Hinschauen. Vor allem Hinschauen. Johannes sagt uns, dass es uns so schwerfällt, Jesus zu vertrauen und zu gehorchen, weil wir nicht zuhören und hinschauen. Bzw. Wir hören tatsächlich zu und schauen auch hin. Aber wir hören nicht auf dem, schauen nicht auf das, was Johannes hört und sieht.  
Neunzehn mal im Buch begegnen wir dem Wort "Siehe". ... Es ist ein Befehl! Schaut hin! Denn Pastor Johannes weiß, dass wir Mut fassen werden, alle Mächte dieser Welt zu überwinden, und Jesus Christus bedingungslos nachzufolgen, wenn wir nur die volle Realität der Gegenwart sehen."
Darrell Johnson, Discipleship on the Edge, s.27.

(*Michael Wilcox hat auch einen sehr hilfreichen Kommentar in der Bible Speaks Today Reihe zur Offenbarung geschrieben; I Saw Heaven Opened.)

Montag, 5. August 2019

Dogmatik Und Ethik

"In der Dogmatik beschäftigen wir uns damit, was Gott für und in uns macht. In der Dogmatik ist Gott alles. Dogmatische Theologie ist ein Wort von Gott an uns, das von außerhalb von uns, von oben kommt. Wir sind dabei passiv, wir hören zu und öffnen uns Gottes Führung. In der Ethik beschäftigen wir uns mit der Frage, "Was erwartet Gott nun von uns, wenn Er sein Werk in uns tut? Was machen wir für ihn?"
Hier sind wir nun aktiv, genau weil Gott in uns gehandelt hat. Wir singen Psalmen in Dank und Anbetung zu Gott. In der Dogmatik steigt Gott zu uns herab. In der Ethik steigen wir zu ihm empor. In der Dogmatik ist Er unser Gott. In der Ethik sind wir sein Volk. In der Dogmatik wissen wir, dass wir sein Gesicht sehen werden. In der Ethik wird sein Name auf unseren Stirn geschrieben, (Off. 22:4). Die Dogmatik kommt von Gott, die Ethik kehrt zu Gott zurück. In der Dogmatik liebt Gott uns; in der Ethik, daher, lieben wir ihn." 
Herman Bavinck, Reformed Ethics, xxvi

Ein Realistisches Bild

"Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich! ... Die Messschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil." Psalm 16:1,6. 
Hier ist ein realistisches Bild des christlichen Lebens. Gottes Fürsorge ist echt, lebensnah, konkret. Er ist da, und wirkt alles für unseren Wohl in Christus. Kein Tag, keine Sekunde, bringt mich in eine Realität, wo seine Gnade nicht vor mir geht und am Ende noch das letzte Wort hat. Vers 6: "Die Messschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen..." (Cf. Vers 8). 
Doch bleiben dieser geistliche Schutz, die Wirksamkeit Gottes Zusagen, und der stetige Herzschlag seiner Liebe für uns oft unsichtbar. Sichtbar ist nur die Gefahr, die Bedrohung, der Tod. Vers 1: "Bewahre mich, o Gott!..."  Wir beten so nicht, weil Gott seine Verheißung versäumt hat. Wir beten für Bewahrung, weil wir wissen, dass Gott sein Wort zu uns nie vernachlässigen wird. 

Dienstag, 23. Juli 2019

Was Jesus In Seinem Volk Sieht

"Es ist offenbar, dass Jesus viel mehr in seinen gläubigen Nachfolger sieht, als sie in sich selbst sehen, mehr als andere in ihnen sehen. Der kleinste Glaube ist durchaus Wertvoll in Jesu Augen. Auch wenn er kaum größer als einen Senfkern ist, ist er vom Himmel geschenkt und gepflanzt. Von Himmel kommt auch sein Wachstum. Dieser kleine Glaube macht den ganzen Unterschied zwischen einem Gläubiger und einem Menschen der Welt. Wo auch immer der gnädige Retter von Sündern solchen wahren Glauben an ihm sieht, egal wie schwach dieser Glaube auch sei, überschaut Er voller Barmherzigkeit viele Schwächen und Unzulänglichkeiten."
J C Ryle, Expository Thoughts on John, s. 190. 

Eine Wichtige Aufgabe Für Heute

"Eine der wichtigsten Aufgaben für den heutigen Evangelikalismus ist die Wiederentdeckung des Evangeliums."
- J I Packer, (Aus dem Vorwort zu The Death of Death in the Death of Christ).

Freitag, 19. Juli 2019

Glaubensriesen Und Glaubenskrisen

"Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, und im Zorn seine Barmherzigkeit verschlossen?" Psalm 77:10
"Sogar Glaubensriesen fallen in den Abgrund der Verzweiflung." 
Bruce Waltke, Old Testament Theology, s. 640 

Donnerstag, 18. Juli 2019

Der Trost Eines Christen

Jesus fordert uns dazu auf, uns nach Heiligkeit zu streben (Heb 12:14) und unsere Sünde zu töten (Röm 8:12-16). Wir sind verantwortlich für unseren Wachstum im Glauben. Deswegen kann Petrus uns schreiben, "Wachst in der Gnade und Kenntnis des Herrn" (2 Pet 3:18). 

Doch, so wichtig unsere Anstrengungen gegen Sünde sind, unser größter Trost ist, dass Jesus besser auf uns aufpasst, als wir auf uns selbst. Seine Schafe liegen in seiner Hand, niemand kann sie ihm nehmen (Joh 10:27-30). Der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht (Ps 121:4).

Dienstag, 16. Juli 2019

Nichts Besseres

Er, in dem wir geliebt sind, ist Christus. Er ist die Freude seines himmlischen Vaters und "der Ausdruck seines Wesens" (Heb 1:3). Gott hätte uns nichts besseres oder wertvolleres geben können, nichts was ihm teuerer wäre, wenn Er uns das ganze Universum geschenkt hätte. 
Francis Turretin, Institutes of Elenctic Theology, 1:242.

Montag, 15. Juli 2019

Die Größten Unruhestifter Der Gemeinde

"Die zwei Hauptmerkmale der Irrlehrern sind, dass sie die Gemeinde beunruhigen, und das Evangelium verändern. Diese zwei gehen immer Hand in Hand. Das Evangelium zu verändern beunruhigt unvermeidbar die Gemeinde. Man kann das Evangelium nicht anfassen, ohne die Gemeinde dabei anzufassen, denn die Gemeinde ist ein Geschöpf des Evangeliums. Sie lebt durch das Evangelium.  
In der Tat sind die größten Unruhestifter der Gemeinde nach wie vor nicht diejenigen, die außerhalb der Gemeinde stehen, und ihr widerstehen und verfolgen. Sondern es sind diejenigen, die in der Gemeinde stehen, und das Evangelium anpassen wollen. Sie sind es, die der Gemeinde Ärger verursachen. ...  
Der Teufel greift die Gemeinde genauso gerne mit Irrtum als mit Immoralität an. Wenn er Christen nicht in Sünde verführen kann, verführt er sie mit falscher Lehre." 
John Stott, The Message to the Galatians, s. 23-24

Samstag, 13. Juli 2019

Die Alte Schlange!

"Lasst uns zuerst in diesem Abschnitt die Macht und unermüdliche Bosheit des Teufels. Die alte Schlange, die Adam im Garten Eden zur Sünde versucht hat, hat keine Angst gehabt, den zweiten Adam, den Sohn Gottes anzugreifen. Ob er gewusst hat, dass Jesus "Gott im Fleisch geoffenbart" war, mag man vielleicht anzweifeln. Klar ist es jedoch, dass er Jesus als den anerkannt hat, der in die Welt gekommen war, um sein Reich zu stürzen. 
Er hatte gesehen, was bei der Taufe unseres Herrn geschehen war. Er hatte die wunderbaren Worte aus dem Himmel gehört. Er spürt jetzt, dass der große Menschenfreund gekommen ist, und dass sein eigenes Reich unter Gefahr steht. Der Erlöser ist gekommen. Das Gefängnistor wird bald geöffnet. Die Gefangenen werden bald befreit. Das alles erkennt Satan zweifellos, und beschließt für sein Reich zu kämpfen. Der Fürst dieser Welt wird seinen Besitz dem Friedensfürst nicht ohne einen harten Kampf preisgeben.  
Er hatte den ersten Adam im Garten Eden besiegt; wieso sollte er nicht den zweiten Adam in der Wüste auch besiegen? Er hatte den Menschen einmal das Paradies genommen, wieso sollte er ihm auch nicht das Königreich Gottes nehmen?
J C Ryle, Expository Thoughts on Luke, s. 108. Ryle schreibt über Lukas 4:1-13.

Freitag, 12. Juli 2019

Wer Hat Die Israeliten Aus Ägypten Geführt?

"Jesus, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte," (Ju 5). 

Die meisten deutschen Übersetzungen haben "der Herr, nachdem ...". Aber die besten griechischen Manuskripten haben "Jesus" anstatt "Herr". Diese Übersetzung findet man auch in der ESV. Der Kontext macht es allerdings auch eindeutig, dass Judas von Jesus spricht. In Vers 4 nennt er Jesus "den alleinigen Herr". Dazu kommentiert James Midwinter, Pastor in England: 
"Der Exodus war nicht bloß ein typologischer Vorgeschmack davon, wie Christus später am Kreuz Menschen erlösen würde. Sondern er war eine echte Erlösung, die Christus, noch vor seiner Fleischwerdung, vollbracht hat. ... Christi Dienst umfasst die ganze menschliche Geschichte."

Mittwoch, 10. Juli 2019

Missionales Christsein

"Was bedeutet es "missionaler Christ" zu sein? 
Missional bedeutet ja, dass man auf einer Mission ist. Missionaler Christ bedeutet also, dass man Teil Christi Mission ist, und sie als oberste Priorität anerkennt. Was ist Christi Mission? Die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, indem Er Menschen erlöst, in seiner Gemeinde bringt, und Gottes wiederherstellende Gnade durch ihre Leben und Werke zeigt.  
Nach unserem Verständnis ist jeder Christ, der Gottes Willen tun will, missional unterwegs ist. Deswegen sollen wir alle stets beten, wie Jesus uns gelehrt hat; "Vater, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden."
Alan & Janelle Hardy, (leicht bearbeitet). 

Mittwoch, 3. Juli 2019

O Herr, Du Bleibst Im Recht


Jeremiah fängt seine Beschwerde an Gott mit den Worten, "O Herr, du bleibst im Recht" an (Jeremiah 12:1).
 
Derek Kidner schreibt dazu: "Es war weise von Jeremiah (und ein Beispiel, dem man wohl nachahmen soll) zuerst das zu sagen, was er nicht leugnen konnte. Und erst danach das zu sagen, was er nicht begreifen konnte."
Ht: Sam Allberry 

Dienstag, 2. Juli 2019

Silber Oder Gold?

"Gott lässt sich nicht vorschreiben, wie Er Gebete antwortet. Manchmal bitten wir Gott um etwas, und Er beschenkt uns genau mit dem, worum wir gebeten haben. Doch wenn Er das nicht tut, hat die Antwort des Herrn dennoch denselben Wert, auch wenn es inhaltlich nicht das ist, worum wir gebeten haben. Er gibt uns etwas genauso gut, wie das was wir haben wollten. Wenn jemand eine Summe in Silber bezahlt, fragt ihn keiner, wieso er die Summe nicht mit Gold bezahlt."
Richard Sibbes


Donnerstag, 6. Juni 2019

Außer Reichweite Seiner Feinde


Juli 1750 wurde der britische (damals gab es Amerika noch nicht!) Pastor Jonathan Edwards von seiner Kirchgemeinde gefeuert. Es war nicht wirklich seine Schuld, er hatte nichts getan, was diese Entscheidung hätte rechtfertigen können. 48 Jahre alt, mit einer Familie, für die er sorgen musste, und jetzt arbeitslos. Wie hätte ich wohl reagiert? 
"Ein Zeuge beschreibt Edwards Reaktion auf diese Nachricht so: "Edwards hat den Schock unerschüttert bekommen. Ich habe die ganze Woche die nie kleinsten Zeichen von Missfallen auf seinem Gesicht gesehen. Er hat sich wie ein Mann Gottes gehalten, dessen Glück außer Reichweite seiner Feinde war."
George Marsden, Jonathan Edwards, s. 361.

Die Liebe Christi

"Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne, mit der herzlichen Liebe Jesu" (Phil 1:8).
"Paulus sagt damit, dass er zu einer solchen Tiefe in seiner Einheit mit Christus gekommen ist, dass ihre beide Herzen als eins schlagen. Ja, noch mehr, dass das größere Herz Christi seinen Diener in Besitz genommen hat. Die Liebe Christi ist das Zentrum vom Charakter von Paulus geworden."
Alec Motyer, Philippians, s. 54

Wenn Gott das Herz von Paulus so verwandeln kann, kann Er auch meins und deins. Beten wir dafür. 

Freitag, 22. Februar 2019

Weil Christus Gott Gefällt

"Was macht unser Gebet angenehm vor Gott? Nicht unsere Macht, ein anderer muss das für uns bewirken. Erinnert ihr euch dran, was Gott von seinem Sohn sagt, "Hier ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe"? Unser Gebet gefällt Gott, weil Christus Gott gefällt.  
Wenn wir beten, beten wir im Vertrauen auf Christi Verdienst am Kreuz. Daher werden unsere Gebete um Christi willen gehört. Ja, Christus bringt sie zum Vater, wie Er einst sein Leben als angenehmes Opfer gebracht hat.  
Der, der auf einen anderen Weg kommt, Gott kennt ihn nicht."
Hugh Latimer, Predigten. 

Donnerstag, 31. Januar 2019

Nichts Als Liebe Von Ihm

"Die, die keinen Herr haben, sind ihre eigene Sklaven. Drauf ist Verlass, entweder dienst du Satan oder Christus, entweder Selbst oder dem Retter. Du wirst Sünde, Selbst, Satan und die Welt als strenge Vorgesetzter erleben. Doch wenn du die Dienstkleidung Christi trägst, wirst du ihn als sanftmütig und demütig im Herzen finden, sodass du Ruhe für deine Seele findest.

Er ist der großzügigste von Kapitäne. Es gab nie ein solcher Prinz wie Er. Man findet ihn immer dort, wo der Kampf am schwersten ist. Wo der Wind am kältesten weht, steht Er da. Das schwerste Teil des Kreuzes liegt immer auf seinen Schultern. Fordert Er uns auf eine Last zu tragen, trägt Er sie auch. Wenn es überhaupt etwas gnädig, großzügig, gütig, sanftmütig und hervorragend in der Liebe gibt, dann wirst du es immer in Ihm finden. 
Diese vierzig Jahre und mehr habe ich ihm gedient, gelobt sei sein Name! Und ich habe nichts als Liebe von ihm bekommen. Ich wäre froh noch vierzig Jahre in demselben lieben Dienst hier zu stehen, wenn es ihm gefallen würde. Ihm zu dienen ist Leben, Frieden, Freude. Oh dass ihr sofort in seinen Dienst tretet! Gott helfe euch auch heute euch unter Christi Flagge zu stellen! Amen."
Aus Spurgeons letzter Predigt. 
 

Montag, 21. Januar 2019

Tragödie Oder Komödie?

Ist das Leben eine Tragödie oder eine Komödie? Fängt es gut an, aber endet in Trauer und Tränen? Oder fängt es schwierig an, aber endet in Liebe, Lachen und Leben? Der Epheserbrief will uns versichern, für die Gemeinde ist das Leben eine Komödie. 

Gott ist dabei den ganzen Universum unter Christi Herrschaft zu bringen, "alles unter Ihm zu vereinen" (Eph 1:10). Das ist die große Nachricht des Epheserbriefs. Zentral dabei ist die Gemeinde. Sie ist die neue Menschheit, die neue Gesellschaft, die Gott für sich in Christus schafft. Wie ist sie zum Leben gekommen? (Eph 1-3), und wie soll sie leben als Gottes neue Menschheit? (Eph 4-6). 

Eph 2 spricht davon, wie Gott die Gemeinde mit Gott (1-10) und mit einander versöhnt hat (11-22). Und in Epheser 2:4-10 beantwortet Paulus zwei Fragen: 

1. Wie hat Gott uns geliebt? 4-6
- Wir waren tot und Er hat uns belebt (v.4). Wir waren wie Schnittblumen. Die blühen auf und sehen gut aus, aber sind vom Leben getrennt und abgeschnitten. So waren wir, bis Gott uns belebt hat. 

- Wir waren allein und Er hat uns mit Jesus vereint. (vv.5-6) Mit ihm & in ihm sind wir jetzt sicher, auferweckt, und neben Christus im Himmel platziert. Gott kann nicht weit von uns sein, denn Er ist bei Jesus und wir sind in ihm.

2. Wozu hat Gott uns geliebt? 7-10
- damit wir ihm dienen v.10
- damit unser Stolz stirbt vv.8-9
- damit Er seine Gnade zeigt v.7 

Gott hat uns geliebt, belebt und mit Jesus vereint, damit Er uns "bis in alle Ewigkeit" weiter seine Gnade und Güte schenken kann. Er hat nichts anderes in seinen Händen oder in seinem Herzen für seine Kinder als Gnade.