Dienstag, 22. August 2017

Die Christliche Religion Besteht Aus Liebe

"Alle [christliche] Religion besteht tatsächlich aus Liebe. Der Glaube ist die dankbare Annahme [von Christus], und Dankbarkeit ist ein Zeichen der Liebe. In der Buße bereut die Liebe [ihre Sünden]. In dem Streben nach Heiligkeit sucht die Liebe. Im Gehorsam gefällt [Gott] die Liebe. Selbstverleugnung ist die Abtötung von Selbstliebe. Nüchternheit ist das Ende der weltlichen Liebe.  
Wenn die Liebe nicht belebt und aktiv gehalten wird, wird sie verkümmern. Die Zuneigungen eines Menschen machen keine Pause; richten sie sich nicht nach Gott in der Liebe aus, dann laufen sie nach weltlichen Dinge. Wenn unsere Liebe nach Gott abnimmt, nimmt die Liebe zur Welt in unserer Seele zu. Es ist die Kraft der Liebe, die uns davon abhält, für uns selbst zu leben. ... Wie viel sollten wir also beten, dass Gott unsere Liebe [zu ihm] belebt, bekräftigt und bewahrt! Eine der Wirkungen des Heiligen Geistes ist, dass Er unsere Liebe zu Gott entfacht."
A. W. Pink, zitiert in Mark Dever, The Message of the Old Testament, s. 689.

Freitag, 18. August 2017

Wie Etwa Eine Spinne

"Deine Sündhaftigkeit macht dich sozusagen so schwer wie Blei, so dass sie dich mit ihrem gewaltigen Gewicht und ihrem starken Druck zur Hölle treiben wird. Wenn Gott dich fallen ließe, würdest du den Boden unter dir verlieren, im Nu hinuntersinken und im bodenlosen Abgrund untertauchen. Deine Gesundheit, deine Sorgfalt und deine Vorsicht, deine besten Maßnahmen und deine eigene Gerechtigkeit wären nicht imstande, dich zu halten und vor der Hölle zu bewahren, so wenig wie ein Spinngewebe einen stürzenden Felsen aufhalten könnte. ...  
...  Gott, der euch noch über dem Abgrund der Hölle hält gerade so, wie etwa eine Spinne oder ein abscheuliches Insekt über dem Feuer gehalten wird, dieser Gott verabscheut euch und ist schrecklich erzürnt; sein Zorn gegen euch brennt wie Feuer; er betrachtet euch als Leute, die nichts anderes verdient haben als in den feurigen Pfuhl geworfen zu werden; seine Augen sind zu rein, als dass sie euren Anblick ertragen könnten; ihr seid in seinen Augen zehntausendmal scheußlicher als die garstigste Giftschlange in den unsrigen.  
Ihr habt ihn unendlich tiefer beleidigt als irgendein widerspenstiger Rebell seinen Herrscher; trotz alledem bewahrt euch seine Hand noch jeden Moment vor dem Sturz ins Feuer. Nur dieser Bewahrung in seinen Händen hast du es zu verdanken, wenn du in der letzten Nacht noch nicht zur Hölle gefahren bist, wenn du heute morgen noch auf dieser Welt erwachen durftest, nachdem du gestern Abend die Augen zum Schlaf geschlossen hattest; und wenn du, seit du heute morgen aufgestanden bist, noch nicht zur Hölle gefahren bist, so liegt es einzig und allein daran, dass Gott dich noch gehalten hat."
Jonathan Edwards, Die Sünder in den Händen eines zornigen Gottes. Hier als PDF dank dem Martin Bucer Seminar.

Der, dem viel vergeben worden ist, wird viel lieben. Der, der die Realität Gottes Zornes beherzigt hat, wird Christus und seinen Opfertod aus tiefstem Herzen lieben, und täglich Gott dafür danken, dass er nicht unter seinem Zorn aufgewacht ist. 
"Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. 9 Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden!" Römer 5: 8-9.

Donnerstag, 17. August 2017

Christi Perfekte Liebe

"Die Liebe in Christi ist nicht Liebe wie sie in uns ist, denn die Liebe in Ihm ist der Kern seines Wesen (1 Joh 4: 16); doch in uns ist der nicht der Fall. ... Gott ist die Liebe, Christus ist Gott, daher ist Christus die Liebe, die Liebe in ihrer reinsten und höchsten Form. Die Liebe ist essentiell für seine Existenz. Würde Christus aufhören zu lieben, hörte Er auch auf zu sein. ... Daher dürfen wir wissen, dass seine Liebe von keinen der Schwachheiten und Defekten begleitet wird, die unsere Liebe begleiten."
John Bunyan, All Loves Excelling, s. 49.

Mittwoch, 16. August 2017

Herzlos?

Manchmal höre ich Leute sagen, dass sie Paulus nicht mögen. Er sei zu kalt und herzlos. Das kann doch nicht wahr sein. Hör ihm zu wie er doch spricht! 

Er nennt Epänetus und Stachys, "meinen geliebten" (Röm 16: 8, 9); Amplias "meinen im Herrn geliebten" (Röm 16: 9). Timotheus ist sein "geliebtes und treues Kind im Herrn" (1 Kor 4: 17; 2 Tim 1: 2). Tychichus ist "der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn" (Eph 6: 21; Kol 4: 7). Epaphrus ist "unser geliebter Mitstreiter" (Kol 1: 7). Onesimus ist "unser treuer und geliebte Bruder" (Kol 4: 9). Philemon ist "unser geliebter Mitarbeiter ... und geliebter Bruder" (Philemon 1, 6). Zu Timotheus schreibt Paulus: "Ich bin voll Verlangen, dich zu sehen, da ich mich an deine Tränen erinnere, damit ich mit Freude erfüllt werde." (2 Tim 1: 4).

Er spricht ganze Gemeinden als "meine geliebten Kinder" (1 Kor 4: 15); "meine Geliebten" (1 Kor 10: 14; Phil 2: 12); "meine geliebten Brüder" (1 Kor 15: 58); "Geliebten" (Römer 12: 19; 2 Kor 7: 1; 12: 19); "geliebte Kinder" (Eph 5: 1); "von Gott geliebte Brüder" (2 Thess 2: 13) an.

Oder Phil 4: 1 "Darum, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und meine Krone, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte!" (c.f: 1 Thess 2: 19-20; 3: 9.)

Tatsächlich ist es nicht nur Paulus, der so spricht. Peter und Johannes sprechen genauso (1 Pet 2: 11; 4: 12; 2 Pet 3: 1; 1 Joh 3: 21; 4: 1; 4: 7; 4: 11; 3 Joh, 1,2,5.)

Wieso sprechen die Aposteln so? Weil sie wussten, dass Jesus Christus "der Geliebte" ist, den der Vater ewig und eifrig liebt (Eph 1: 6; Kol 1: 23). Und sie hatten erfahren, dass diese Liebe in ihre Herzen ausgegossen wurde (Römer 5: 5), weil Gott sie und alle Christen eins mit Jesus gemacht hat (Eph 1: 7). So floss "die herzliche Liebe Christi" aus ihren Herzen zu allen, die dem Herrn gehörten (Phil 1: 8).

Ich will ein solcher Pastor sein. Nicht bloß einer, der diese Begriffe als billige Floskeln verkauft, sondern diese herzliche Liebe mehr und mehr erfahren und weitergeben. Welch ein Privileg, wir Christen haben, dass wir uns so lieben können und dürfen.

Sollen Wir Nicht Staunen?

"Es ist normal, dass Menschen ihresgleichen lieben, oder dass sie ihre Vorgesetzte und Regierenden lieben. Doch, dass der König der Könige, der Sohn Gottes, Jesus Christus, Menschen so liebt, das ist erstaunlich. Es ist noch erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass das Objekt seiner Liebe, dass die Menschen so niedrig, ekelhaft, unwürdig und nichtig [in ihrer Sünde] sind, wie die Schrift sie überall beschreibt. 
Er ist Gott (Joh 1: 1); der König der Herrlichkeit (Ps 24: 10); der Herr der Herrlichkeit (2 Kor 2: 8). Er ist das helle Strahlen der Herrlichkeit seines Vaters (Heb 1: 3). Er ist das Haupt aller Dinge (Eph 1: 22); der Prinz des Lebens (Apg 3: 15); der Schöpfer und Erhalter von allem und Herrscher über alles (Kol 1: 16; Heb 1: 3; Matt 28: 18). Der einzige ewig Beliebte seines Vaters (Matt 11).  
Doch die Personen, die Er liebt, sind Missetäter, Sünder, Feinde, Staub und Asche, Flöhe (1 Sam 24: 14); Würmer, Schatten, ekelhaft, sündig, verdorben, unrein, gottlose Narren und Verrücke. Soll man nicht staunen, und zutiefst berührt werden, dass Er sein Auge auf einen solchen Menschen setzt? Und sollen wir nicht weiter staunen, dass Er sein Herz an uns hängt? Tatsächlich ist es wahr: diese erhabene, herrliche Person liebt solche Menschen."
John Bunyan, All Loves Excelling, s. 47 

Montag, 14. August 2017

Alles Gehört Uns

"Alles gehört euch" 1 Kor 3: 21.  
"Dank der Einigung des Gläubigen mit Christus, besitzt er tatsächlich alle Dinge. Wir wissen das von der Schrift. Doch vielleicht stellt sich die Frage dann, "Wie besitzt er alle Dinge? Was bringt das ihm? Wie ist ein wahrer Christ so viel reicher als andere Menschen?"

[Hier die Antwort: Das will heißen], dass Gott, der Dreieinige, alles, was Er ist, alles, was Er hat, alles, was Er tut oder getan hat, das ganze Universum, alle Körper und Geister, Himmel und Erde, Engel, Menschen und Dämonen, Sonne, Mond und Sterne, Land und Meer, Fische und Geflügel, alles an Silber und Gold, alle Könige und Herrscher, wie auch alle armen Menschen, gehören dem Christen genauso sehr, wie das Geld in seiner Hosentasche, die Klamotten, die er trägt, das Haus indem er wohnt, die Nahrung, die er isst. Ja, Sie sind noch mehr seins, sie bringen ihm viel mehr, als wenn er alle diesen erwähnten Dinge befehlen könnte, das zu tun, was er für Gut fände.

Dank seiner Einigung mit Christus, weil Christus, der sicherlich alles besitzt, ihm ganz und gar gehört, so besitzt auch er alles. Er besitzt es mit mehr Recht darauf als eine Frau auf ihren Ehemann und seinen Gut hat. ... Es gehört ihm alles.

Christus leitet jedes Atom im Universum, so dass es dem Christen so viel dient und bringt wie möglich. So geht Christus mit jedem Luftpartikel und jedem Sonnenstrahlen um, sodass der Christ in der kommenden Welt, wann er das alles sieht, sich hinsetzen wird, und sein ganzes Erbe mit überraschten, erstaunlichen Freude genießen wird."
Jonathan Edwards, Miscellany, Vol 13 Works, s. 183.

Freitag, 11. August 2017

Glücklich

"Es lohnt sich darüber nachzudenken, dass die Großartigkeit von Gottes Liebe sich am klarsten zeigt, indem Gott Christ als Retter [bis in den Tod] aufgibt, und uns mit seinem Erbe und seinen Reichtümern beschenkt, damit wir glücklich seien."
Bunyan, All Loves Excelling, s. 99.

Donnerstag, 10. August 2017

Echte Demut

"Gottes Gnade soll uns tiefer in die Demut führen. Echte Demut besteht nicht darin, dass man sich nur für klein und nutzlos hält. Echte Demut ist kein Minderwertigkeitskomplex. Echte Demut besteht darin, dass ich erkenne, wie groß und herrlich Gott ist, und mich dann in seinem Licht sehe. In der Schrift ist Demut immer die Frucht der Gnade, nicht der Angst. Es ist die Liebe Gottes, die einen Menschen wirklich demütig macht. ... Wenn wir erkennen, wie sehr sich Gott um uns kümmert, macht das uns demütig." 
Sinclair Ferguson, The Christian Life, s. 25.