Montag, 2. Januar 2017

Gesucht, Gefunden, Belebt.


"Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben.” (Hezekiel 36: 26).

Bei dem Josia Blog hat Declan McMahon eine tolle Andacht zur diesjährigen Jahreslosung. Sehr zu empfehlen. Dazu möchte ich nur einen kleinen Gedanken hinzufügen.

Wenn du Jesus schon kennst, erinnert dich die Jahreslosung dran, wieso du ihn kennst. Gott hat dir ein neues Herz durch seinen Geist gegeben. Der Heilige Geist ist zu dir und in dich gekommen um dich zum Leben zu bringen. Wieso hat Gott das gemacht? Zum einen, um seines Namens willen (v.22-23). Wir haben Gottes gnädiges Eingreifen nicht verdient, seine Barmherzigkeit ist alles anders als selbstverständlich. Gott rettet zur Ehre Gottes. 

Doch, nichtsdestotrotz, hat Gott uns seinen Geist und ein neues Herz gegeben, weil Er uns will. Wenn du Christ bist, ist es einzig und allein, weil Gott dich will. Er hat nicht nur seinen Sohn gesandt, um für seine Schafe zu sterben (Hezekiel 34). Er hat seinen Geist gesandt, um dich zu sich zu bringen. Der Heilige Geist hat dich gesucht, gefunden, und belebt. Gott will dich. In diesem kurzen Satz steckt eine Welt der Gnade, und eine endlose Quelle der Dankbarkeit.

Kommentare:

  1. Ich gehe mit dieser Vereinfachten Auslegung nicht so ganz mit. Das Wort der Jahreslosung richtet sich an die Israeliten, die in der Gefangenschaft / Wegführung lebten und deren Tempel zerstört war. Ohne Jerusalem, ohne Tempel fehlte dem Volk vermeintlich die Beziehungsmöglichkeit zu Gott.
    Beim Hesekielbuch jedoch erfolgt ein nächster Schritt in der Offenbarung Gottes: weg von der Volk-Gott - Beziehung hin zu einer persönlichen Beziehung des Einzelnen, die eben auch ohne Tempelkult "funktioniert". Damit wird auch der Weg für Jesus geebnet.
    Daher ist der Text der Jahreslosung ein Trostwort an die sich verloren fühlenden Israeliten, und m.E. nicht 1:1 auf Christen zu übertragen, sondern es muß bei der Auslegung berücksichtigt werden, dass Israel Gottes Volk auf der Erde ist und Christen Gottes Volk für den Himmel sein werden. Ich würde daher auch die Jahreslosung eher als Trostworte für Christen ansehen, die sich momentan verloren, d.h. von Gott getrennt fühlen, wie es z.B. bei Schicksalsschlägen / Krankheiten usw. auftreten kann. Es ist die Zusage, dass aus der Not heraus die Gottesbeziehung des Menschen geheilt werden kann, denn Gott sagt "Ich will ...".

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  2. Lieber Stephan,
    Für den ganzen Kontext hab ich auf den Post bei Josia hingewiesen. Was uns grundliegend hier beim Verständnis dieses Textes trennt, sind die Fragen:
    1. Wer ist Gottes Volk heute? (Alle die Jesus kennen, Gal 3:23-28. Eine Trennung, sowie du sie darstellst, finde ich nirgends in der Schrift.).
    2. Gelten Gottes Verheißungen im A.T. Christen heute? (Ja, auch wenn sie recht verstanden und übertragen werden müssen. 2 Kor 1: 19-20).
    3. Brauchen wir, wie die Israeliten damals, ein neues Herz, um an Gott zu glauben? (Ja. Jesus, Paulus und Petrus machen das klar. Joh 3,3-8; Eph 2:1-7; 1 Pet 1: 19-23).

    Hezekiel 36: 26 wird v. A. seit Pfingsten erfüllt, (Apg 2), sodass jeder, der Christus kennt, den Geist Christi hat (Röm 8: 9-11). In der Tat kennen wir Christus nur, weil Gott uns durch seinen Geist ein neues Herz gegeben hat (1 Joh 5: 1).

    Es gibt andere Aussagen in deinem Kommentar, die ich auch hinterfragen würde, aber die oben genannten Punkte sind die Wichtigsten.

    Gottes Segen dir,
    Larry

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  3. Wir werden da wohl weiterhin unterschiedliche Auffassungen haben, weil wir einen unterschiedlichen Blick auf den textlichen Kontext haben.
    Hesekiel richtet sich insgesamt an die Israeliten und nur an diese, und Hes 36,26 nicht minder: Israel wird direkt in den Versen 22, 28, 32 angesprochen, die Rolle der Heiden in 23, 24, usw.. Auch die weiteren Prophezeihungen bei Hesekiel (das Knochenfeld) gelten Israel.
    Wenn aber Israel der Adressat ist, dann kann sich Hes 36,26 nicht auf Pfingsten beziehen (auch weil ja nur eine Minderheit sich für Jesus entschieden hat und überhaupt, gelten die umgebenden Verse für Pfingsten???). Neues Herz und Geist etc. ist also im Kontext des V 24 / Heimholung des Volkes Israel zu sehen.
    Also, wenn der Text nun schon Jahreslosung ist, was kann man damit machen? Man kann Trostworte daraus ableiten (dann setzt man sich nicht so in die Nesseln), oder aber, was gar nicht in den Mainstream passt, auf Israel als Gottes erwähltes Volk hinweisen und auf sein Anrecht auf das von Gott verheißene Land und schon erfüllte Prophezeihungen diesbezüglich (was Ärger mit den linken Kreisen der Kirche und den Katholiken bedeutet, und wer traut sich das schon im Lutherjahr ...). Oder aber, man macht es sich einfach, löst den Vers aus dem Kontext und macht Pfingsten daraus.
    Das ist dann ähnlich bequem wie aus Luk 10,25 - 37 einfach abzuleiten: seid nett und hilfreich, obwohl es dort um Errettung geht.

    Ich lese Dein Blog ganz gerne, zumeist täglich, und zumeist bin ich angetan von Deinen Gedanken. Nur hier bist Du leider zu seicht im Umgang mit dem Text.
    Gottes Segen auch Dir
    Stephan

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  4. Lieber Stephan,
    Danke für den zweiten Kommentar. Nachwie vor kann ich mit dir in deiner Exegese nicht mitgehen. Ich glaube auch nicht, dass ich hier "zu seicht" mit Gottes Wort umgegangen bin. Wir kommen wohl von zwei anderen konfessionellen Prägungen, und beide behaupten, die Schrift besser verstanden zu haben. Hier stehe ich ... (!)

    in Christus verbunden,
    Larry

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