Freitag, 16. Oktober 2015

Das Privileg Der Adoption

"Was ist ein Christ? Man kann diese Frage verschieden beantworten, aber die Antwort, die am meisten aussagt, ist: ein Christ ist jemand, der Gott zum Vater hat. (...)  
Die Rechtfertigung ist nicht der höchste Segen des Evangeliums. Die Annahme als Kinder ist ungleich höher, denn sie bedingt eine wesentlich höhere Beziehung zu Gott. (...) Rechtfertigung ist eigentlich ein juristischer Terminus, von Gesetzen abgeleitet, wobei Gott Richter ist. Im Zusammenhang mit der Rechtfertigung erklärt Gott bußfertigen Gläubigen, dass sie nicht mehr und nie mehr dem durch Sünde verdienten Tod anheimfallen werden, weil Jesus Christus, ihr Fürsprecher und Opfer, an ihrer Stelle am Kreuz den Tod gekostet hat. Diese Gabe der Tilgung und des Friedens, deren Kosten auf Golgotha getragen wurden, ist wunderbar genug, wirklich. Aber sie schließt keineswegs eine tiefe und unmittelbare Beziehung zu dem Richtergott ein. Wenn man rein theoretisch überlegt, wäre Rechtfertigung auch ohne ein näheres Verhältnis zu Gott denkbar. 
Mit der Annahme als Kind dagegen ist das anders. Dem liegt der Gedanke einer familiären Beziehung zugrunde, mit Liebe und mit Gott als Vater. Durch die Adoption nimmt uns Gott in seine Familie und seine Umgebung auf. Er erklärt uns zu seinen Kindern und Erben. Nähe, Zuneigung und Großmut sind Kern dieser Beziehung. Mit Gott dem Richter ins reine zu kommen, ist sicher sehr viel. Von Gott, dem Vater, geliebt und umsorgt zu werden aber, ist viel mehr."

J I Packer, Gott Erkennen. Aus dem wunderbaren Kapitel "Kinder Gottes." Sehr empfohlen.

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